4 Tage Skitouren im Val Mustair

28. - 31. 3. 2001

Wir waren 9 Personen. Zuerst sollten die ganz speziellen Momente Erwähnung finden! Einen ganz ausgezeichneten Eindruck hinterliessen Theo und Peter bei ihrem Paar-Sturz auf Alp Buffalora.  Beide demonstrierten ihre ausgezeichnete Form in einer heimtückischen Mulde hinter einer Kurve. Nicht vergessen werden darf auch derjenige, der beim Frühstück Käserinde und Butterpapier in den noch vollen Milchkrug entsorgte, anstatt in den Abfallbehälter. Die Flasche Weisswein auf der Tour - der so genannte Gipfeltrunk - hat sich inzwischen regelrecht eingebürgert.

War da noch was? Ach so, ja, da waren noch die Skitouren und Gipfel. Am Mittwoch, auf der Anreise, machten wir Halt in Davos-Frauenkirch und stiegen über Stafel auf das Chörbschhorn. Ausser einer kurzen Steilstufe war der Aufstieg recht bequem und ausserordentlich schön. Zwischen Chörbsch-Hütte und Gipfel begann der Wind zu blasen, was uns bewog, den Gipfelaufenthalt eher kurz zu halten. Von der Chörbsch-Hütte querten wir den Hang entlang in den hintersten Kessel unter der Mederger-Fluh. Die riesigen Flächen unberührten Schnee's, die vom Wind gefrästen Gräben und das Spiel des tanzenden Sonnenlichtes löste Gefühle des Glücks in uns aus. Leider war die Beleuchtung sehr diffus, weshalb wir nicht immer wussten, wie das Gelände vor uns wirklich war. So tasteten wir uns zum Mittagsplatz und danach weiter zum Restaurant im Stafel. In dem hübschen alten Walserhaus, die Lücken in den Holzwänden waren mit Moos gestopft, löschten wir unsern Durst, bevor wir über den Waldweg zu Tal fuhren. Wie schon beim Aufstieg mussten wir die Skier zuletzt 10 Minuten tragen.

Nach dem Autoverlad durch den Vereina-Tunnel erreichten wir am späteren Nachmittag Tschierv im Münstertal und unser Hotel Staila.

Am Donnerstag war das Wetter im Tal schlecht. Die Wolken hingen tief und der Niederschlag konnte sich nicht zwischen Schnee und Regen entscheiden. Die Stimmung beim Frühstück war etwas gedrückt und der Aufbruch wurde auffallend lange hinausgeschoben. Wir entschieden uns für eine kleine Skiwanderung - etwas Bewegung kann nie schaden - ab der Alp Buffalora. Doch welche Überraschung! Jenseits des Ofenpasses war das Wetter deutlich freundlicher. Wir marschierten los und Schritt für Schritt gewannen wir an Höhe, bis wir zuletzt auf dem rassigen Piz Daint standen. Vorbei an mächtigen Wächten und steilen Abgründen war der Aufstieg nie langweilig. Die Abfahrt war vom feinsten - knietief herrlicher Pulverschnee. Einzelne Teilnehmer sprachen von der schönsten Tour, die sie je gemacht hätten. Ein kleines, harmloses Schneebrett zeigte uns, dass man nie den Respekt vor diesen Bergen verlieren darf.

Der Freitag fing an wie der Donnerstag. Nur die Stimmung beim Frühstück war noch hoffnungsloser als am Vortag. Wieder starteten wir zu einer Skiwanderung - diesmal nach Lü. Bei einer kurzen Stärkung im Restaurant entschieden wir uns, den Weg bis zur Alp Champatsch fortzusetzen. Der Wald war tief verschneit, die Landschaft zeigte sich wie im Märchen. Nach dem Mittagessen auf dieser Alp war die Lust am Gehen noch nicht verflogen. So stiegen wir weiter und standen schlussendlich auf dem Minschuns. Entlang der Skipiste und feinem Neuschnee fuhren wir ab bis zum Hotel in Tschierv. Der dritte Gipfel war geschafft!

Am Samstag zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Leider nicht so die Lawinensituation. Der Tourenleiter entschloss sich für den Abbruch und die Heimfahrt. Letztlich können wir doch zufrieden sein mit dem was wir bei dieser Wetterlage erreicht hatten.

Herzlichen Dank allen Teilnehmern für das Verständnis, wenn der Tourenleiter fand, dass eine Tour zu gewagt sei und das Programm änderte. Nie wurde auf ihn Druck ausgeübt - das zeugt von Vertrauen. Nächstes Jahr gibt es wieder eine Chance.

Markus

Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün