Schimbrig (1815m)

27. 1. 2001

Der Lawinenbericht des SLF meldete für Samstag erheblich für die ganze Schweiz, ausgenommen einen schmalen Streifen entlang den nördlichen Voralpen. Der Wetterbericht war auch nicht sonderlich ermutigend und lud eher zum Ausschlafen ein. Der Tourenleiter entschied wider alle negativen Vorzeichen für etwas Bewegung im Schnee und 5 Untentwegte folgten ihm.

In Rotkreuz war Treffpunkt und gleichzeitig Kaffehalt. Ziel war der Schimbrig oberhalb Entlebuch an der Glaubenberg-Passstrasse.

Wir parkierten die Autos beim nicht gepflügten Parkplatz Gfellen und machten uns auf den Skiern auf, den Berg zu erobern. Leichter Regen war kein Hinderungsgrund, zumal  bald die Möglichkeit geboten wurde innert kürzerster Zeit viel nasser zu werden - die auf der Karte eingezeichnete Brücke über die Grosse Entlen (bei Pkt 999) war nicht mehr. Wir suchten eine seichte Stelle um den kleinen Fluss zu überqueren. Allen gelang dies, einigen jedoch mit Wasser im Schuh.

Der Aufstieg nach Unter Stettili war wie der Wetterbericht vorausgesagt hatte. Nun begann zur dichten Bewölkung auch der Wind aufzufrischen. Beim Betreten der ausgesetzten Krete auf Stettili packten uns die Böen dermassen garstig an, dass wir fast von Skiern kippten. Wer nun meinte das sei eine richtig steife Brise, wurde oberhalb der Looegg eines besseren belehrt. Minutenlang standen wir dort am Ort, kämpften gegen den Wind und versuchten uns auf den Beinen zu halten. Immerhin hatte sich die Bewölkung aufgelockert und die Sonne belegte die reizvolle Landschaft mit gleissendem Licht.

Wir stiegen weiter auf, erreichten den wunderschön verblasenen Grat, der durch Tannen etwas vom Wind geschützt war. Der steile Aufschwung zum Gipfel war jedoch wieder voll dem Sturm ausgesetzt. Wir liessen die Skier aus Sicherheistgründen im Sattel zurück und erreichten auf allen vieren den Gipfel. Der Graupel wurde dermassen auf die Hosen gepeitscht, dass er durch diese hindurch schmerzte. War man nicht sehr vorsichtig, wurde man von den Böen regelrecht aufgestellt und abgehoben. Das war garantiert unser kürzester Gipfelaufenhalt!

Zurück zu den Skiern und an einer geschützte Stelle, um die Felle zu entfernen. Dann begann eine recht schöne Abfahrt bei herrlichem Sonnenschein - und geschoben vom Wind.

Dem mutigen ist das Glück holt, sagt man. Insgesamt war es eine schöne Tour, die wohl noch oft zu reden geben wird.
 

Markus

Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün