Schnierenhörnli (2069m)

13. 1. 2001

Am Morgen trafen sich gegen halb acht 12 Personen in Kemmeriboden-Bad. 2 Snöber und 10 Skifahrer mit Matthias (11) und Christian (15) als den jüngsten. Da im Restaurant das Licht an ging, war natürlich der Kaffee unausweichlich. Richtig gesträubt dagegen hat sich keiner.

Danach ging es entlang der Strasse die ersten 45 Minuten bergwärts. Wohlgemerkt, einer Strasse ohne Schnee - die Skier waren auf den Schultern anzutreffen. Auf Skiern erreichten wir auch bald Mirrenegg und die untergrenze der Nebeldecke. Hier war es auch, wo Christian einen Materialschaden an seiner Bindung entdeckte und den Rest der Tour bei der Alphütte verbringen durfte. Wir zogen derweil in die dicke Suppe der Nebeldecke weiter. Kaum Anhaltspunkte, eintöniges Gelände. Doch wir fanden den Einstieg in den Steilhang, der nach Ällgäuli hinauf führte. Nun begann der phänomenale Kampf zwischen Sonne und Nebel. Mit zunehmender Höhe gewann die Sonne die Oberhand. Herrlich war der Blick gegen das Mittelland auf die unendliche Nebeldecke.

Den Steilhang der Exposition Nord, gleich unter dem Gipfel, betraten wir mit Entlastungsabständen. Die Spitzkehren wurden nicht von allen mit der gleichen Begeisterung aufgenommen. Die angekündigte Bise spielte mit den Schneefahnen am Grat. Einmal hing der aufgewehte Schnee wie ein Schleier über dem Gipfel, dann wieder jagte eine Windhose die andere. Und endlich kam der grosse Moment, der alle Mühen lohnte: Wir betraten den Grat und ein unbeschreibliches Panorama tat sich vor uns auf. Der ganze Alpenbogen spannte sich im Hintergrund und gleich vor uns stand das Augstmatthorn wie ein Himalaya-Gipfel. Das Finsteraarhorn ragte wie ein Messerklinge in den Himmel - der Primus inter Pares der Berner Alpen. Tief unter uns bedeckte das Nebelmeer die Täler. Fast jedem von uns entrang sich ein Ausruf der Bewunderung.

Nach einer ausgiebigen Rast vor dieser unvergleichlichen Kulisse begann die Abfahrt. Da es einige Tage zuvor bis 1700m hinauf geregnet hatte, war alles zu erwarten. Recht genussreich war die Abfahrt bis Ällgäuli. Was danach folgte, habe ich noch nicht oft angetroffen. Von Skifahren konnte keine Rede sein - viemehr war es der Versuch, möglichst unverletzt das Tal zu erreichen. Hier wurden die Stürze gleich von mehreren Saisons vorgeholt.

Zum Glück gab es in Kemmeriboden die erwarteten, feinen Meringues. Schon konnte wieder über die trostlose Abfahrt gelacht werden.

Wir haben ja dieses Jahr noch einige Male eine Chance auf bessere Bedingungen - packen wir's.

Danke, Markus

Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün