Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün
Skitouren im Oberhalbstein
- Piz Mez (Murter) (2718m)
- Piz d'Emmat Dadaint (2927m)
- Piz Surgonda (3197m)
- Piz Lunghin (2780m)
- Piz dal Sasc (2720m)

3. - 6. 4. 2002

Zuerst möchte ich mich bei der Teilnehmerin und allen Teilnehmern bedanken - für mich waren es 4 herrliche Tage in freundschaftlicher Atmosphäre. Sicher hat zur guten Stimmung auch das Wetter beigetragen, das sich viel besser darstellte als von Bucheli & Co. versprochen. Jeden Tag waren wir auf Tour und hatten dabei meist Sonnenschein - für mein Gesicht jedenfalls war es zu viel, die Tapete löst sich!

Wir waren dieses Jahr nur eine kleine Gruppe von sechs Personen die da loszog, von Bivio aus die Gipfel zu erobern. Hanspeter, Bäre, Theo, Gilbert und Helene wollten in der Spur des Schreibenden die Tage geniessen.

Am Anreisetag fuhren wir in Savognin mit dem Sessellift zuerst auf den Piz Martegnas; bloss um gleich wieder nach Radons (1890m) abzufahren. Hier begann dann unsere erste Tour auf den Piz Mez oder Murter (2718m). Besonders zu erwähnen ist der Schneehase in seinem Winterkleid, der uns in rasendem Tempo links überholte und in seinem Versteck verschwand. Dies war der einzige Tag, der bezüglich Schnee bei der Abfahrt nicht überzeugte.
Dass auf der Strasse von Radons nach Savognin kein Schnee mehr lag führte mindestens auf meiner Seite zu Ärger, da die Savogniner Bergbahnen für Tourenfahrer kein Verständnis aufbrachten und uns pro Person für eine Sektion Skilift 10.- Fr. abnahmen. Für mich ist das Abzokerei. Die Stimmung liessen wir uns nicht verderben und wir taten das, was wir gut können: Felle montieren und ohne Skilift aufsteigen.

Als Folge dieses Intermezzos erreichten wir unser Hotel Grischuna in Bivio etwas später als geplant. Wir wurden dort freundlich empfangen und sehr gut untergebracht. Auch die Küche arbeitete so, dass wir uns jeden Tag auf ein 5-gängiges Nachtessen und ein üppiges Frühstück freuen durften.

Am Donnerstag stiegen wir von La Veduta (2233m) am Julierpass auf Richtung Fuorcla Crevasalvas (2688m) und weiter auf den Piz d'Emmat Dadaint (2927m). Leider war es im Süden ziemlich bewölkt, was den Blick auf die Bernina-Gruppe verhinderte. Scheinbar zählte unser Gipfel zum Norden, denn wir standen an der Sonne. Dass wir bei dieser Tour ganz in die Fuorcla aufstiegen und nicht schon 100 m weiter unten abbogen, hat damit zu tun, dass der Tourenleiter links und rechts verwechselte ;-)

Der Freitag begann düster - der Himmel war wolkenverhangen und es gab sogar leichten Schneefall. Trotzdem begannen wir den Aufstieg auf den Piz Surgonda (3197m). Dem Mutigen ist das Glück hold, sagt man! Immer häufiger lichtete sich der Nebel und schlussendlich konnten wir auf dem Gipfel an der Sonne unsern Imbiss zu uns nehmen. Die Abfahrt war super. Der Schnee trug und ein leichter Sulz machte das Fahren zum Genuss - beobachtet von vorsichtigen Gemsen.

Nach der Tour verliess uns Hanspeter - er hatte einen andern Termin wahrzunehmen. Desgleichen Helene am Samstagmorgen.

Am letzten Tag, dem Samstag waren wir also nur noch zu viert. Der Himmel war am Morgen wolkenlos und wir entschieden uns, den Piz Lunghin (2780m) und den Piz dal Sasc (2720m) von Bivio (1790m) aus durch das Val Tgavretga zu besteigen. Aufziehende Wolken liessen uns zweifeln, ob wir das Ziel wohl erreichen würden. Vorbei an den hübschen Weilern Capitani, Fumia und Cadval stiegen wir auf zum Lunghin-Pass und durch die steile Lunghin-Nordflanke unter die aufragenden Gipfelfelsen. Nun ging es zu Fuss weiter, wobei wir gehörigen Abstand zu den Wächten wahrten. Auf dem Gipfel, welcher direkt über dem Malojapass steht, tat sich uns eine Aussicht auf zu den Seen des Oberengadin mit Piz Bernina, Piz Rosegg, Il Chapütschin, Monte Disgrazia und ins tiefe Tal des Bergell's mit dem Kletterberg Piz Badile. Hinten im Forno-Tal konnte man sogar die Nase der Kleopatra und die Dampfloki (zwei Felsformationen) erkennen. Ein glücklicher Tag. Eine kurze Abfahrt folgte, bevor wir wieder die Felle montierten und den kurzen Aufstieg auf den Piz dal Sasc begannen. Der Blick hinüber zum Piz Lunghin war eindrücklich.
Der Nordhang des Piz dal Sasc war voller Pulverschnee und weiter unten trafen wir auf herrlichen Frühlingssulz. Begeistert erreichten wir das Tal.

Bäre fuhr uns gesund nach Hause - um vier schöne Tage und viele Erinnerungen reicher.

Markus