Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün
Skitour Chaiserstuel (2400m)

16. 2. 2002

Nachdem sich immer deutlicher zeigt, dass unsere Winter nicht mehr sind, was sie einmal waren, ist es nicht erstaunlich, dass die Skitour auf den Biet dem Schneemangel zum Opfer fiel. Schnellstens musste Ersatz gesucht werden. Mit dem Chaiserstuel von der Bannalp aus, sollte der Start doch genügend hoch liegen und es wurde tatsächlich Schnee gefunden. Doch auch hier wird er bis in 2 Wochen wohl knapp werden.

Wir fuhren also zu viert nach Oberrickenbach und mit der Seilbahn zur Chrüzhütte auf der Bannalp (1713m). Im stockdicken Nebel fanden wir trotzdem den Urnerstafel. Dort zogen wir den Kaffee so in die Länge, bis endlich der Nebel wich und wir den Aufstieg beginnen konnten. Es waren Heerscharen von Tourenfahrern unterwegs. Wir hatten jedoch unsere Talseite für uns und somit einen genüsslichen, stillen Aufstieg bis unter die Bannalper Schonegg, wo wir auf die Miraden der andern Skitourenfahrer stiessen.

Inzwischen beleuchtete die Sonne die umliegenden Gipfel und das Nebelmeer im Mittelland. Über den Grat ging es weiter Richtung Gipfel, über ausgesetzte Felskanten und vorbei an mächtigen, von der Sonne plastisch ausgeleuchteten Wächten. Diese wurden eingehüllt von Schneeschleiern, mit denen der starke Wind sein Spiel trieb. Vorne am Eck zeigte sich eine einsame Gämse. Vom Skidepot waren es nur noch ein paar Schritte bis auf den Gipfel.

Prächtig war die Aussicht! Auf der einen Seite vom Säntis bis zur Schrattenfluh die Alpen mit ihren schönen Gipfeln. Auf der andern Seite das unendliche Nebelmeer auf dem Mittelland und über uns die Sonne und der blaue Himmel. Jauchzend erklang unser Gipfellied. Ungewöhnlich lange standen wir auf diesem Berg, dessen Gipfelaufbau das Gefühl vermittelte, man stehe auf einer Bühne um dieses Panorama zu bewundern.

Knapp unterhalb des Gipfelplateaus fanden wir etwas Windschatten und genossen unsere Brötchen und unsern Tee. Immer mehr Bergfreunde erschienen und irgendwann wurde es Zeit, Platz zu machen.

Die Abfahrt wird sicher nicht als hervorragend in die Annalen eingehen. Doch der Schnee war meistens fahrbar. Stellenweise fand sich sogar Pulver in den Mulden. Via Urnerstafel und mit dem Skilift erreichten wir wieder die Seilbahn nach Oberrickenbach - gesund und munter.

Ein hübscher Berg, der mit wenig Aufwand viel bietet. Danke für's Mitmachen,

Markus