Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün

Mittaghorn (3015m)
Pizo Gallina (3060.6m)

29./30. Juni 2002
 

Wir hatten für diese Tour eine Übernachtung im Hotel All' Acqua im gleichnamigen Ort im Bedrettotal gebucht. Am Gotthard war Stau angesagt und so stellten wir uns auf eine lange Fahrt ein. Wir benutzten gar nicht erst die Autobahn sondern wichen auf Kantonsstrasse und Gotthardpass aus. So kamen wir ganz gut voran und hatten am Abend doch noch Zeit zu einem Spaziergang Richtung Passo San Giacomo, bevor uns vieren das Nachtessen serviert wurde: Bäre, Martin, Theo und der Schreiberling.

Am Morgen plante der Tourenleiter (das bin ich) eine Attacke - Tagwache kurz vor 4 Uhr. Es sollte wieder einmal eine Tour mit schönem Sonnenaufgang werden. Weit gefehlt! Wir standen wohl so früh auf, doch war der Himmel verhangen und es gab keine Chance auf Sonne.

Vom Nufenenpass starteten wir Richtung Chilchhorn wo wir knapp unter dem Gipfel den Weg auf dem Grat zum Pizo Gallina einschlugen dessen Gipfel in den Wolken verschwand. In einem Sattel verliessenw wir den Grat und über Gletscher erreichten wir den Fuss der Scharte im Südgrat des Mittaghorn. Nun begann der felsige Teil der Arbeit. Über Türme und Platten von bester Qualität erreichten wir das Mittaghorn. Nach kurzer Rast kletterten wir weiter auf der Gratschneide bis hinüber zum Pizzo Gallina. Die Route war abwechslungsreich. Fels, Eis, Schnee und Geröll trafen wir an.

Auf dem Gipfel machten wir Rast und sangen unser Lied. Danach begann der Abstieg über den langen Grat zur Gonerlihütte. Kurz nach dem Gipfel verstiegen wir uns im Nebel; immer steiler wurden die Wände und gingen schlussendlich in die Senkrechte über. Ein Blick auf die Karte und die Bestätigung vom GPS zeigten, dass wir knapp an der Route vorbei gestiegen waren. Wir kletterten zurück auf den Grat und fanden diesmal die richtige Abzweigung. Unterwegs querten wir ein interessantes Schuttfeld. Die Steine waren vom Frost in Scheiben zerlegt worden wir Brotschnitten. Die steile Wand kurz vor dem Couloir in der Südflanke wurde von Rinnen und Bändern durchzogen und stellte kein Problem dar. Auch der Rest des Weges zur Gonerlihütte war leicht zu meistern.

Die Gonerlihütte - diese steht, stand auf einem Passübergang. Irgendwann entschied sich die eine Hälft des Geländes, sich in tiefere Lagen zu begeben und den grössten Teil der Hütte mitzunehmen. So steht von dieser Hütte nur noch eine Ecke und viele Trümmer. Hier stärkten wir uns nochmals, bevor wir uns dem Nufenenpass zuwandten. Vorbei ein einem türkis-blauen Firnsee erreichten wir diesen problemlos.

Wir hatten eigentlich den ganzen Tag keine Aussicht gehabt. Der Nebel hatte sogar einen Blick auf den Gipfel verhindert. Nun waren wir unterwegs vom Goms gegen Gletsch hinauf - und siehe da. Von dieser Seite zeigten sich die beiden Gipfel Mittaghorn und Pizzo Gallina als rassige Berge. So haben wir doch noch herausgefunden, wo wir den ganzen Tag waren.

Den Kameraden muss ich ein Kränzchen winden - wir waren super speditif unterwegs.

Markus