Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün
Skitour Wissmilen (2483m)

26. 1. 2002

Wie schön ist es doch, wenn man eine Skitour mit einem Kaffee beginnen kann. Diesen genossen wir in der Bergstation der Maschgenkamm-Bahn oberhalb der Flumserberge. Wir waren zu sechst aufgebrochen, den Wissmilen zu ersteigen. Also waren da Hanspeter (Hof-Fotograf), Martin (Newcomer), Helene (Comback), Gilbert (alter Hase), Bäre (auch alter Hase) und der Schreibende.

Der Wetterbericht meldete schlecht für den Freitag und schlecht für den Sonntag. Für unsern dazwischen liegenden Samstag war eine Aufhellung angesagt. Die Aufhellung kam auch tatsächlich - und was für eine! Nach anfänglichen Nebelschwaden hatten wir den ganzen Tag Sonnenschein. Nur auf dem Gipfel zogen ein paar Wolkenschleier vorbei - ein herrliches Spektakel.

Nun, nach dem Kaffe fuhren wir fast horizontal dem Hang entlang zur Zigerfurglen. Ohne viel Höhe preiszugeben erreichten wir von dort Burstbüel. Nun hiess es Felle montieren. Sachte zog sich der Aufstieg taleinwärts. Unbeschreiblich schön waren die weiten weissen Flächen anzusehen, die von der Sonne in gleissendes Licht getaucht wurden. Die Felstürme, vom Schnee leicht bepudert, und die vom Wind geblasenen Furchen und Gräben trugen weiter zu diesem grandiosen Bild bei. Über einen langgezogenen Rücken erreichten wir bequem den Steilhang unterhalb des Gipfels. Diesen galt es zu queren, um den Sattel zwischen Spitzmeilen und Wissmilen zu erreichen. Da der Hang stellenweise Hartschnee aufwies, war die Traverse nicht  ganz einfach, zumal der Tourenleiter entschieden hatte, dass das auch ohne Harscheisen geht - es gibt Momente, da liebt man ihn wirklich, diesen Tourenleiter ;-).

Als wir dann den Sattel erreichten, eröffnete sich uns ein eindrückliches Panorama Richtung Süden. Nach einigen weiteren Höhenmetern betraten wir den Gipfel und die Welt gehörte uns. Da standen der Piz Segnas, der Tödi, Clariden und Glärnisch und die Sicht reichte bis hinüber zu Lauteraar- und Schreckhorn. Solch glückliche Momente erzeugen inneren Druck und dieser muss abgelassen werden. Gilbert hatte die Liederbücher dabei und so erscholl der Alpino aus sechs Kehlen und der Klang des Liedes erhob sich über die Grate und Gipfel und schwebte über diesem wunderschönen Stück Welt.

Da der Wind ziemlich heftig blies, entschieden wir uns, erst ein Stück abzufahren, bevor wir Mittagsrast machten. Diese genossen wir an der Sonne. Übrigens - Martin konnte eine Sacktemperatur von 11 Grad messen mit seinem Taschenmesser. Zur Abfahrt fanden wir ein breites Band und dann einige Hänge, auf welchen ein wenig gepresster Triebschnee lag. Darin fuhren wir ab, die einen jauchzend vor Begeisterung, die andern ächzend, weil der Schnee doch nicht immer gleichmässig war.

Dann galt es, die Höhe zu halten, um das Skigebiet der Flumserberge zu erreichen. Wir zogen in einer langen Spur den Hängen entlang. Als wir auf die erste Piste stiessen, stand da auch eine bewirtete Alphütte und eine Ländlerkapelle spielte auf. Diese Gelegenheit konnten wir natürlich nicht auslassen und wir genehmigten uns einen Schluck bei Sonnenschein.

Die Skipisten, die wir danach benutzten, waren ziemlich hart und nicht begeisternd. Nach einer Gratis-Bergfahrt auf den Prodkamm erreichten wir unsere Fahrzeuge in Flumserberg-Tannenboden.

Der Wissmilen ist vom skifahrerischen Gesichtspunkt her sicher kein Traumberg, wenn man das Skigebiet der Flumserberge wieder erreichen will. Landschaftlich und bezüglich Aussicht ist dieser Berg bestimmt eine Klasse für sich und somit ein Reise wert. Dies ist natürlich nur die sehr eingeschränkte und begeisterte Sicht des Tourenleiters...

Markus