Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün

Hochtour Hohsandhorn (3182 m)

5. / 6. Juli 2003
 

Bäre war unser Chauffeur und fuhr unsere kleine Truppe (mit Theo, Martin und mir waren es gerade mal 4 Personen) sicher am Gotthardstau vorbei über die Furka tief ins Binntal hinein nach Fäld. Dort liessen wir unser Auto stehen und marschierten los in Richtung Binntalhütte SAC. Unser Jahresprogramm ist ein Steigerungsprogramm mit schönen Höhepunkten. Der Tourenleiter erlaubte sich deshalb, auf dem Hüttenweg einen kleinen Konditionstest zu absolvieren.

Wie es sich zeigte, waren alle fit und wir mussten die 3 Stunden Hüttenweg längst nicht ausschöpfen. Durch den hübschen Weiler Fäld (1519m) und über schöne Alpen erreichten wir die Moorlandschaft von Blatt (2109m) und schlussendlich die Binntalhütte SAC (2267m). Nach einem guten Most nutzten wir die Zeit zu einem kurzen Besuch in Italien - wir stiegen hoch zum Albrunpass (2409 m) und den Höhen westlich davon. Dort liessen wir uns von Martin in die spannenden Geheimnisse der Mineralogie entführen und erfuhren mehr über das vorhandene, metamorphe Gestein der Gegend.

Ein feines Nachtessen rundete den Tag ab. Hier sei ein Kompliment an die SAC Sektion Delemont erlaubt, die diese Hütte mit viel Herzblut und Engagement unterhält.

Um 5:00 Uhr am Morgen gab es Frühstück und eine gute halbe Stunde später brachen wir auf. Dieser Aufstieg begann zuerst mit einem Abstieg nach Blatt. Von dort stiegen wir meist weglos auf zum ausgetrockneten See unterhalb der Zunge des Tälligletschers. Hier seilten wir uns an und schnallten die Steigeisen an die Füsse. Der Weg über den Gletscher war leicht. Bloss unter dem oberen Hohsandjoch (3006m) war der Schutt durchgefroren und vorsichtiges steigen war angesagt. Vom Joch zum Gipfel galt es, die Schutt- und Felsbänder mit möglichst wenig Energieverlust zu überwinden.

Schlussendlich standen wir auf dem Gipfel des Hohsandhorn mit Blick auf die schönsten Berge des Bernbiet und Wallis. Links und rechts flankierten uns Ofen- und Blinnenhorn. Imbiss und Alpino gehörten natürlich zu diesem Gipfelhalt.

Der Abstieg führte uns zuerst über Firnfelder und Felsbänder zum Mittelbergpass (3044m) und jenseits steil über den Bergschrund hinunter. Auf 2730m Höhe begann dann die etwas unangenehme Querung hinüber zu den Grashängen unter dem Turbhorn. Unterwegs stiessen wir auf eine Herde Schwarznasenschafe, die auf einem Firnfled Kühlung suchten. Gwundrig wurden wir von ihnen umringt. Es ist wohl eher selten, dass hier Leute vorbeikommen. Der nächste Abschnitt unseres Weges ging ganz schön in die Knie.

Es galt auf einer Strecke von deutlich unter einem Kilometer 500 Höhenmeter zu vernichten. Das war ein hartes Stück Arbeit. Doch was hier an Flora geboten wurde sucht seinesgleichen. Da blühten Alpenastern, dass ganze Hänge violett schienen, Glockenblumen, Karpaten Wundklee, Läusekraut und vieles mehr. Was uns besonders freute - wir sahen hier zu hunderten, wovon die Frauen immer behaupten, dass es dies gar nicht gibt: Männertreu!!!!

Um 14:00 Uhr waren wir beim Auto und nur Minuten später löschten wir unsern Durst im Restaurant bei der Brücke unterhalb Fäld.

Der Gipfel gehört sicher nicht zu den spektakulärsten, die wir schon besucht haben. Doch war es eine gute Eingehtour als Training für weitere Taten. Allen vielen Dank füs mitmachen.

Der Tourenleiter,
Markus Widmer