Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün

Hochtour Tiefenstock (3515 m)

19. / 20. Juli 2003
 

Dieses Jahr ist in den Medien viel vom Rückgang der Gletscher oder deren Ausaperung zu lesen. Genau das haben wir auf dieser Tour in der Praxis angetroffen.

Unsere Nacht verbrachten wir fünf im altehrwürdigen Posthotel in Realp. Um 04:15 Uhr gab es Frühstück, dann brachen wir auf. Zuerst fuhren wir mit dem Auto noch bis oberhalb Tiefenbach, um dort den Rucksack zu schultern und gegen die Albert-Heim Hütte SAC aufzusteigen. Etwas unterhalb derselben nahmen wir den Weg zum Tiefengletscher: Anseilen, Steigeisen montieren und ab ging es über den zuerst aperen, spaltenreichen, später dann eingeschneiten Gletscher bis unter den nördlichen Tiefensattel.

Gemäss SAC Führer und Erinnerung des Tourenleiters sollte das Couloir hinauf zum Sattel eigentlich leicht zu meistern sein. Diesmal war der Schnee jedoch so tief abgeschmolzen, dass wir vor einer mächtigen, senkrechten Platte standen.

Als Alternative schlug der Tourenleiter den südlichen Tiefensattel vor, doch versperrte dort ein unüberwindlicher Bergschrund den Zugang. So entschied man sich für eine "kletterhafte" Route. Dies führte dazu, dass viel mehr Zeit bis zum Erreichen des Grates verging und wir diesen auch noch weiter weg vom Gipfel betraten. Mit ca 4 Stunden Verspätung standen wir auf dem schönen Aussichtsberg.

Beim Abstieg benutzten wir nun trotzdem das Couloir unterhalb des nördlichen Tiefensattels. Wir legten Fixseile ein, zogen diese wieder ab um sie gleich wieder einzuhängen und den nächsten Abschnitt zu bewältigen. Die untersten Meter mussten wir mit dem Abseil-Achter überwinden - da war ja diese Platte, die wir schon vom Morgen kannten.

Endlich standen wir wieder unten auf dem Gletscher - zu einer Zeit, von der der Tourenleiter eigentlich dachte, wieder zu Hause zu sein!! Die Tour war landschaftlich sehr hübsch und hat auch bergsteigerisch einiges gefordert, beim Tourenleiter z.B. die Nerven. Unser Fotograf Hanspeter macht ja nie ein Hehl daraus, dass er solch felsiges Gelände nicht mag. Umso erstaunlicher, wie er trotzdem noch Musse fand, um Bilder zu schiessen. Nun sind wir alle gespannt darauf.

Berg frei,
Markus