Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün

Skitour Höji Sulegg (2412m)

28. Februar 2004


Der letzte Schritt im vor Kälte knirschenden Schnee auf den schmalen, verschneiten Gipfelgrat war unbeschreiblich. Da umgaben uns beim ganzen Aufstieg die mächtigen Gipfel der Berner Alpen mit Eiger, Mönch, Jungfrau, Grosshorn und gleich links von uns dem Schilthorn, und plötzlich standen wir über dem Thunersee. Ein unbeschreiblicher Ausblick von einem wunderschönen Gipfel.

Doch schön der Reihe nach. Um 7:00 Uhr standen wir bei der Seilbahn in Isenfluh, die uns nach Sulwald brachte. Schon in der Talstation zeigte das Thermometer im Schutz der Seilbahnstation knapp -10 Grad. Als wir dann losmarschierten, mussten wir für den Aufstieg sogar die dicken Handschuhe anziehen.

Schnell hatten wir den Weiler Sulwald hinter uns gelassen und stiegen auf einem schmalen Waldweg in Richtung der Alp Suls. Kurz unterhalb wurde das Gelände offen. Auf einer Kuppe vor uns sahen wir ein Rudel Gemsen (oder Gämsen, wie du willst - ihnen wird das Wurscht sein). Diese Tiere hatten die Nacht in dieser eisigen Kälte im Freien verbringen müssen. Schon eindrücklich, wie sie an diese Verhältnisse angepasst sind. Wir erklommen nach Suls den Rücken auf welchem die Lobhornhütte steht, liessen diese jedoch weit rechts liegen. Durch eine wunderschöne, tief verschneite und unberührte Landschaft zogen wir weiter gegen Chüematta. Während der Rast inspizierten wir die Gumma-Abfahrt und entschieden uns, nicht über selbige abzufahren sondern entlang der Aufstiegsspur.

Nun folgte die erste Steilstufe des Aufstiegs. Unter dem frischen Pulverschnee war eine eisige Oberfläche eingeschneit, mit welcher der Neuschnee noch keine Verbindung eingegangen war. So waren wir froh, bei der Rast die Harscheisen montiert zu haben. Ohne Probleme erreichten wir den Gipfel - und erlebten den bereits beschriebenen letzten Schritt.

Ein leichter, eisiger Wind wehte. Das bewog uns, den Aufenthalt dort oben so kurz als möglich zu halten. Von hier aus war übrigens die Dimension des Hohgant eindrücklich erkennbar, den wir auf der Tour Montreux-Sachseln mit Theo in seiner ganzen Breite überquert hatten.

Die Abfahrt durch den Pulverschnee muss man wohl als Genuss bezeichnen. Einzig in den steilen Stellen war es manchmal ungemütlich, wenn der Neuschnee auf der darunter verborgenen Eisschicht abrutschte und Kanteneinsatz verlangte. Ein Kaffee an der Sonne in Sulwald rundete die Tour ab.

In meinem ersten Tourenbericht dieses Skiwinters erwähnte ich die ausnehmend kleine Gruppe von nur 3 Personen. Bei den letzten beiden Touren hat sich diese Zahl bei 2 eingependelt. Nur Gilbi begleitete mich auf diesen Trip. Doch mit ihm als Präsi waren wir immerhin prominent besetzt ;-)

Markus Widmer