Reissend Nollen (3003m)

26./27. 8. 2000

Am Samstag war die gemeinsame Bergwanderung von Reuti (Meiringen Hasliberg) durch das wunderschöne Gerental auf den Jochpass angesagt, organisiert durch Otti Mettauer. Bei herrlichem Wetter - eher ein Grad zu warm - legten wir die Strecke zurück. Die Hochtourenrucksäcke waren mit Pickel, Steigeisen etc. reichlich schwer, der Schweiss rann in Strömen. Doch man muss das positiv sehen - er pflegt auch den Teint.

Mit zunehmender Höhe wurde die Sicht frei auf immer mehr Berge der Berner-Alpen und des Susten-Gebietes. Am Wegrand, im Schatten einiger Erlen-Sträucher und krüppelig gewachsener Birken verzehrten wir unser
Mittagsmahl. Das bisschen Getränk das jeder dabei hatte, reicht kaum, um den gröbsten Durst zu löschen.

Auf der Gerschnialp jedenfalls hatte die Serviertochter alle Hände voll zu tun, um heranzutragen, was wir tranken. Als die Verluste ausgeglichen waren, entschloss sich die Mehrheit, auch den Aufstieg zum Jochpass zu Fuss zu machen.

Und wieder sassen wir im Restaurant, diesmal auf dem Jochpass, und tranken literweise Wasser - der Körper sog alles auf! Die Unterkunft war schön und geräumig, das Nachtessen ausgezeichnet und der Veltliner schmeckt eh gut auf dieser Höhe.

Danach wurde das Programm individuell. Die einen glaubten an die Chance, am Morgen um 04:30 Uhr gutes Wetter für die Hochtour anzutreffen. Diese gingen zeitig zu Bett. Einige Unentwegte genossen den schönen, langen Abend im Restaurant und konnten dafür am nächsten Morgen erzählen, dass um 03:30 Uhr der Himmel noch voller Sterne war. Dann gingen auch diese zu Bett.

Um 04:30 Uhr dann stand einer einsam und frustriert vor der Hütte - keine Sterne, nur Nebel: Hochtour agbesagt! Beim Morgenessen setzte Regen ein und liess der Hoffnung auf einen schönen Tag keine Chance.

Unter Schirmen und Kaputzen, bei Nebel und strömendem Regen setzte sich die lange Kolonne Richtung Trübsee in Bewegung. Im Restaurant der Talstation des Jochpass-Sesselliftes wurde eingekehrt. Erstaunlicherweise wurde diese Gelegenheit nicht von allen genutzt.

Der Rest der Tour bestand aus Seilbahn und Eisenbahnfahrt.

Der Reissend Nollen hat sich ganz schön geziert - er liess keine Besteigung zu. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Markus