Rottällihorn (2913m)

13. Mai 2000

Das besondere an diesen Frühlingstouren ist das vorbeiziehen der Jahreszeiten an einem einzigen Tag. Im Tal ist es sommerlich warm, unterwegs trifft man den Frühling und zuoberst herrscht noch tiefer Winter.

Wir hatten uns entschlossen, die Bretter doch noch nicht in die Ecke zu stellen, sondern nochmals den Schnee zu suchen.

So kam es dann auch. Als wir in Realp loszogen, hatten wir die Skier nicht an den Füssen, sonder mussten diese Schultern, da der Schnee fehlte. Wir zogen vorbei an der Remise der alten Furka Dampfbahn, über die Brücke und der Strasse entlang aufwärts - ständig den Gipfel vor Augen. Nach ca einer Stunde erreichten wir doch die Schneegrenze.

Nun ging es herrlich gleichmässig aufwärts. Der Schnee trug gut, trotz der Wärme im Tal. Kaum brachen die ersten Sonnenstrahlen über uns herein, wurden Anorack, Pullover und Hemden verpackt. Das T-Shirt reichte für den Aufstieg. Einsam zogen wir unsere Spur, nur ein Adler kreiste in der Nähe und auf dem schmalen Grat zum Gipfel kreuzte ein Schneehuhn unsern Weg. Auf dem Gipfel hatten wir doch 1400 Höhenmeter hinter uns gebracht.

Die Aussicht ins Wallis und Berner-Oberland war etwas getrübt durch Wolken. Darüber tröstete uns der Weisswein hinweg, den Hansueli auf den Gipfel geschleppt hatte.

Die Abfahrt war vom feinsten. Herrlicher Frühlingssulz.

Nun, wo am Morgen kein Schnee war, hatten wir auch am Mittag keinen zu erwarten. Mit den Skiern auf dem Rucksack zogen wir gen Realp. Hansueli machte am Strassenrand eine von der Winterkälte noch etwas schlaffe Kreuzotter aus. Diese zog sich aber schleunigst zurück.

Gesund und zufrieden fuhren wir nach einem guten Kaffe heimwärts.

Markus