Walcherhorn (3692m)

29./30. 7. 2000

Das Wetter! Es gab eine Chance dass es gut kommt, aber es gab eine ebensolche, dass nichts geht. Wir hatten von beiden etwas.

Die Fahrt mit PW und Bahn auf das Jungfraujoch war keine Fahrt der frohen Aussicht: Nebel allerorten. Nach Kaffee und Besuch der Sphinx machten wir uns auf den Weg zur Mönchsjochhütte. Zum Nebel hatte sich inzwischen auch Schneetreiben gesellt. Dieser Zustand hielt an bis wir schlafen gingen, unterbrochen durch eine kurze Aufhellung, welche den Blick auf unser Ziel freigab: Das Gross Fiescherhorn. Nach der Aufhellung ging das Wetter in Sturm über.

Um 03:40 Uhr war der Himmel sternenklar, auf den Gletschern aber lümmelte der Nebel herum. Nach dem Morgenessen war es wieder 'zu'. Trotzdem entschieden wir uns, aufzubrechen.

Vom oberen Mönchsjoch betraten wir das Ewigschneefeld. Nach kaum einem Kilometer war klar, dass wir es so nicht schaffen würden - der Schnee lag teilweise hüfttief. Wir änderten unser Ziel Richtung unteres Mönchsjoch, in der Hoffnung, dass der Sturm den Schnee auf dem Grat verblasen hatte und so ein besseres Vorwärtskommen erlaubte. Doch der Wunsch musste bald der bitteren Realität Platz machen. Auch der Grat war völlig zugeschneit und die Wächten hingen meterweit einmal nach links, dann wieder nach rechts über den Abgrund. Das machte die Sache bei einer Sicht von nur einigen Metern und Schneetreiben heikel. Kurz vor dem Gipfel entschieden wir uns zum Abbruch.

Das Wetter klarte inzwischen auf und gab den Blick frei zum Aletschhorn und der Monterosa. Wunderschöne, dramatische Stimmungen entstanden, wenn Sonne und Nebel im Kampf die Oberhand zu behalten suchten. Windhosen liessen den Schnee meterhoch aufsteigen um gleich darauf wieder den Blick auf einen Gipfel frei zu geben. Wohl hatten wir keinen Gipfel erreicht, doch war es eine Tour mit dramatischen Eindrücken.

Auf dem Rückweg waren die Spuren teilweise schon wieder zugeschneit. Trotzdem erreichten wir problemlos das Jungfraujoch. Nach einer Kaffeepause verschliefen wir die Fahrt in der Bahn und trafen wohlbehalten in Lauterbrunnen ein.

Nun hoffen wir natürlich, dass in diesem Winter doch noch einmal Sommer wird - oder umgekehrt?

Markus