Wanderwoche in Hochkrumbach (Österreich)

7. - 14. 10. 2000

Ob Bruni auf der Hinfahrt die Scheibenwischer einmal abstellen konnte, daran erinnere ich mich nicht mehr so genau. Nach der Grenze (Lustenau) kam zum Regen auch bald der Nebel hinzu und ab Schoppernau war die Umgebung winterlich verschneit.

So wussten wir eigentlich gar nicht, wo wir durchgefahren waren, als wir auf der Passhöhe des Hochtannebergpasses (1675m) und bei unserer Unterkunft, dem Hotel Adler ankamen. Diese Gegend wird auch Hochkrumbach genannt.

Das Hotel hatten Helene und Bruno Ruchti für uns ausgesucht, wie sie auch den Rest dieser Wanderwoche der Naturfreunde Maiengrün organisiert hatten. Die beiden riefen - und 37 kamen. Die ältesten waren gegen 70 Jahre alt, das Jüngste, die Melanie, zählte gerade mal 4 1/2 Monate. Ein gemischter Haufen traf nach und nach im Hotel ein und bezog die hübschen Zimmer. An diesem Samstag, dem Anreisetag, dachte niemand mehr daran, das Hotel nochmals zu verlassen - bei dem Wetter.

Helene hatte vorgeschlagen, dass täglich um 18:00 Uhr der nächste Tag besprochen werden sollte. So setzten wir uns denn zusammen, um die erste Wanderung zu planen.

Um 19 Uhr trafen wir uns alle zum ersten Nachtessen. Dieses mundete ausgezeichnet! Um es gleich vorweg zu nehmen, auch alle Nachtessen, die da noch folgen sollten, waren köstlich. Durch Anette und Elisabeth wurden wir auch charmant bedient.

Wir waren alle nach Hochkrumbach gekommen, um zu wandern. Die einen mehr, die andern weniger. Für jedermann gab es etwas passendes. Schwimmbadbesuche oder die Besichtigung des bayerischen Schlosses Neuschwanstein wurden bei zweifelhaftem Wetter als Ersatzprogramm gerne herangezogen.

Und das Wetter war zweifelhaft! Am Sonntag war die Gegend winterlich tief verschneit. Doch wir kennen ja unsere Pappenheimer. Da gibt es immer solche, die sich vom Wetter nicht abhalten lassen. So fand also eine schöne Wanderung via Körbersee bis nach Lech am Arlberg statt. Einige hatten noch nicht genug und marschierten frohgemut über Warth wieder zurück nach Hochkrumbach. Am Abend gab es den Geburtstag von Trudi und Rösli zu feiern - hier nochmals herzliche Gratulation.

So ging es täglich weiter. Von Holzgau in das schöne Tal mit dem Wasserfall, dem der Engländer Simms mit einer Sprengung wieder zu Wasser verholfen hatte. Ein paar stiegen hinauf auf den auf 2000m liegenden Pass mit dem schönen Namen 'Mädelejoch', wo zwar keine Mädele, dafür ein paar Steinböcke gesichtet wurden.

Den Weg hinauf zur Widdersteinhütte nahmen am Dienstag fast alle gemeinsam unter die Füsse. Soger die kleinsten wie Melanie, Nicole, Joel, Milena und Julia stiegen tapfer da hinauf. Bei der Hütte trennte sich die Gruppe. Während die einen den Heimweg unter die Füsse nahmen, marschierten die andern über die Grenze nach Deutschland hinein. Während die einen bereits im Adler in der Wärme sassen, suchten sich die andern mit dem Kompass den gebirgigen Weg durch Nebel und Schneetreiben. Auf dieser Tour war es auch, wo Trix ihre herrliche Pirouette mit dreifachem Salchov zeigte, diesen jedoch nicht stand und dabei im Matsch landete. Drei mal wiederholte sie den Versuch - drei mal sass sie im Dreck.

Inzwischen war auf den Winter wieder der Herbst ins Land gezogen. Der Schnee lag nur noch auf den hochgelegenen Hängen und immer öfter zeigte sich auch die Sonne. Schön war auch der Weg rund um Schröcken, auf welchem wir dem sausenden Baumstamm begegneten, welchen zwei Holzfäller auf die Strasse donnern liessen.

Die Wanderung rund ums Karhorn war begleitet vom mystischen Spiel des Nebels, welcher uns verhüllte um gleich darauf wieder den Blick auf die Berggipfel freizugeben. Beim Spitzig Stein trennten sich die Wege der längeren und kürzeren Wanderung.

Am Freitag war es Zeit, den Biberstein in Angriff zu nehmen. Obwohl die Felsen der Nordseite noch stark verschneit waren, erreichte die Gruppe den Gipfel. Im Abstieg wurden fixe Seile gelegt, um kein Risiko einzugehen. Der Wind bliess in orkanstärke über den Grat. Gesund kehrten alle zurück. Auch die zweite Gruppe, welche vorbei am Körbersee nach Schröcken marschiert war.

Wenn bisher ständig von Wanderungen die Rede war, so ist das nur der halbe Teil der Geschichte. Die Abende waren ausgefüllt bis spät in die Nacht hinein. Emsig wurde die Kletterwand im Hotel genutzt. Kletterer jeden Alter's versuchten sich an den verschieden schwierigen Routen. Trudi und Freddy erreichten den Gipfel (sprich Decke) ebenso wie Milena oder Romina. Matthias verbiss sich hartnäckig in die Route des 7. bis 8. Schwierigkeitsgrades. Da ist Talent vorhanden, das war augenscheinlich.

Wenn wir von Wanderungen bei winterlich kühler Witterung zurückkamen, pilgerten unsere Damen fast geschlossen in die Sauna oder ins Dampbad, um sich dort aufzuheizen. Im Fitnessraum plagte sich Lilly auf dem Hometrainer und spulte ihre Kilometer herunter. Unterdessen vertrieben sich die Kinder gemeinsam die Zeit beim Spielen und Basteln.

Nach dem Nachtessen traf man sich im heimeligen Restaurant bei einem Glas um Sprüche zu klopfen oder zu jassen. Auch zwei 'liederliche' Abende fanden statt. Eine herrliche Melodie nach der andern erschall; aus vollen Kehlen wurde gesungen. Es war ein Fest. Das einzige Problem nach dieser Woche waren die Bauchmuskeln, so viel wurde gelacht.

Nach solchen Ferien muss man wohl sagen: Helene und Bruni hatten Pech - wir möchten nochmals! Herzlichen Dank für die ganze Arbeit, es war ein Volltreffer.

Markus