Poncione di Cassina Baggio (2860m)

Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün

Sa. 10. 2. 2007

Bilder: Theo

Kaum zu glauben, doch wir haben Schnee gefunden in diesem traurigen Winter - im Bedretto!

Die Landschaft war tief verschneit; sogar die Strasse war schneebedeckt. Fast allein begannen wir den Aufstieg zum Ersatzgipfel des Rautispitz. Blauer Himmel und grauer Nebel kämpften um die Herrschaft, dazwischen blinkte der Mond. Lange sah das Wetter für uns gut aus.

Zuerst galt es, das ruppige und steile Tobel des Ri dell Acqua zu bezwingen. Die Spur war glasig und die Anstrengung schon gross. Danach war uns eine kurze Pause über einen flachen Boden auf der Höhe der Cappanna Piansecco gegönnt, bevor es noch steiler aufwärts ging. Ein neuerliches Flachstück brachte uns an den Fuss des wirklich steilen Hanges zum Geerenpass - ein echter Steigerungslauf.

Spätestens hier mussten wir einsehen, dass der Nebel den Kampf gewonnen hatte. In völligem Blindflug durchquerten wir den Kessel, der zum Gipfel führte. Wo wir tatsächlich umgekehrt sind, können wir nicht mit Sicherheit sagen - igendwo im Nebel, vermutlich auf oder knapp neben dem Gipfel.

Die Abfahrt war vor allem im obersten Teil kein Genuss. Oben, unten, hinten, vorne, links, rechts: Nur weiss. Meinte man still zu stehen, war das nicht immer gesichert - oft war man noch in leichter Fahrt oder stand gar nicht aufrecht. Trotzdem ist zu erwähnen, dass der Schnee vom Feinsten war: Pulver so weit das Auge reichte - zugegeben, heute reichte es nicht weit.

Unterhalb des Geerenpasses (das Geerental endet im Goms) auf der Tessinerseite konnte man sich ab und zu an einem Felsen orientieren, was die Fahrt erleichterte. Daneben tauchten Tourenfahrer in Scharen aus dem Nebel auf, das frühe Aufstehen lohnt sich halt in mancherlei Beziehung.

Um die Mittagszeit sassen wir bereits wieder in All' Acqua beim Kaffee und waren doch froh, etwas gemacht zu haben. Den mutigen und tapferen Begleitern, die voller Vertrauen hinter mir durch den Nebel marschierten, ohne zu wissen ob wir je zurück finden würden, herzlichen Dank fürs Mitkommen.

Gruss, Markus

...halt - da war ja noch die Heimreise:
Im Gotthardtunnel durften wir stehend beinahe eine halbe Stunde die gute Luft geniessen.
Ursache war ein Pannenfahrzeug.


Im Aufstieg durch das Tobel des Ri dell Acqua mit dem Mond
in der Gegend des Passo di San Giacomo


Eine Phase, wo der Nebel die Oberhand hatte.


Die Sonne war wieder am Drücker und beleuchtete
das Chüebodenhorn.


Auf der Krete die Capanna Piansecco.


Die bizarren Formen des Chüebodenhornes.


Die Rast während der Abahrt, schon wieder unterhalb des steilen
Hanges zum Geerenpass.
Auch die Sicht war hier wieder vergleichsweise grandios ;-)

..und eben - der Stau!