Hochtour Fletschhorn (3993m)

Eine Tour der Naturfreunde Maiengrün

Sa./So. 28./29. 7. 2007

Bilder: Theo (drum ist er nicht auf den Fotos)

Beim 4. Anlauf hat es endlich geklappt: Wir waren auf dem Fletschhorn!
 
Die Weissmies-Hütten SAC oberhalb Saas Grund.
Mit der Seilbahn nach Chrüzbode und ca 1 Stunde Fussmarsch zu erreichen.




Unser Weg für den Sonntagmorgen. Die schwarze Nase ist ein Vorgipfel des Fletschhornes






Blick von der Hütte zur Mischabelgruppe




Um 03:30 am Sonntagmorgen blies die freundliche Hüttenwartin der Weissmies-Hütten SAC zur Tagwache. Um 04:20 Uhr hatten wir gefrühstückt, Zähne geputzt und waren im Licht der Stirnlampen unterwegs. Hatten wir am Vorabend noch befürchtet, dass sehr viele Bergsteiger das Fletschhorn besuchen würden, so zeigt sich in der Dunkelheit ein anderes Bild. Die Mehrheit bildete einen langen Lichterwurm, der sich gegen das Lagginhorn hinaufschlängelte, welches die NF Maiengrün am 29./30. 8. 1998 bestiegen haben.

Am Vortag waren wir mit dem Auto über die Grimsel ins Wallis gefahren, hatten mit der Gondelbahn den Chrüzboden erreicht und sind in 40 Minuten mit bis zu 680 Höhenmetern pro Stunde (!) zu den Weissmies-Hütten SAC gesprintet (die spinnen, dir Römer)!
Wir verbrachten einen gemütlichen Hüttenabend und eine kurze Nacht.



Inzwischen hatte die Dämmerung eingesetzt. Zuerst waren nur die höchsten Gipfle in leuchtendes rot getaucht, doch langsam begann die Sonne, in die Täler zu scheinen.


Nach dem Queren des schuttbedeckten Jegigletschers ging es noch immer im Schein der Stirnlampen erstmal richtig bergauf. Zuerst über Hänge voller Blöcke und Schutt und später durch Couloirs voller Dreck und Kies. Schlussendlich erreichten wir den Firnhang, der sich steil zum Frühstücksplatz hinauf zog. Hier seilten wir uns an und montierten die Steigeisen.
Ergänzend sei erwähnt, dass noch vor ca 15 Jahren der Frühstücksplatz und der Jegigletscher vollständig mit Eis und Firn verbunden waren und der Aufstieg damals viel einfacher zu bewerkstelligen war.



Langsamen Schrittes erreichten wir den Frühstücksplatz, wo es nach 3 Stunden Aufstieg einen hungrigen Magen zu beruhigen galt.


Ab hier war die Tour geprägt von mächtigen Eisbrüchen und zuletzt dem imposanten Firngrat, über welchen wir den Gipfel um 09:15 Uhr erreichten. Die Aussicht war fantastisch.








Auf dem Gipfel kam es keinem in den Sinn, länger hier zu verweilen. Ein eisig kalter Wind blies uns um die Ohren und liess einen schaudern. Wir sangen den Alpino, warfen nochmals einen Blick in die Runde und begannen den Abstieg.
Immer wieder erstaunlich, wie viel schneller man talwärts kommt als bergwärts ;-)


Nachfolgend ein paar Bilder zur Aussicht vom Fletschhorn!
Hier die Mischabelgruppe (linke Bildhälfte) und als weisses Dreieck das Weisshorn.



Am linken Bildrand das Weissmies, etwas näher das Lagginhorn und weiter hinten das Monter-Rosa Massiv.


In der Bildmitte das Bietschhorn (dahinter liegt das Lötschental)


Das Berner Oberland mit Aletsch- und Finsteraarhorn.


Blick Richtung Süd-Osten


und gen Süden




Schlotterbild vom Gipfel - hier nochmals der Dank an Theo für die Fotos.
Er steht hinter dir mit der Kamera ;-)




Auf dem Abstieg zurück in eine Region ohne stürmische Winde.


Wieder beim Frühstücksplatz genossen wir an der warmen Sonne (und ohne Wind) einen Imbiss. Sicher erreichten wir das untere Ende des steilen Firnfeldes und nach langem Marsch standen wir wieder oberhalb der Weissmies-Hütten auf der Moräne des Jegigletschers.

Eindrücklich war der Blick auf die jenseitige, optisch senkrechte Moräne, die sicher 60 bis 80 m in die Tiefe fiel. Eine richtige Hühnerhaut erzeugten aber die jungen Steinböcke, die in dieser Moräne spielten und tollten. Es war nicht zum zusehen!
Die hüpften und sprangen von Block zu Block, welche aus dem Dreck heraus schauten.
Wir hatten bei jedem Sprung das Gefühl: Jetzt ist es aus.
Eindrücklich zeigt dies, wie angepasst die Tiere an diese Umgebung sind.


Eine der Steingeissen begegnete uns auf unserer Moräne. Sie liess sich von uns nicht wirklich stören (es war gleich klar, wer hier Hausherr, bzw. Hausdame ist).
So konnten wir uns gegenseitig ausgiebig beäugen.



Der Rest ist schnell erzählt: Abstieg zum Chrüzbode, Fahrt nach Saas-Grund, Autoverlad in Oberwald und schon waren wir gesund wieder zu Hause.
Sylvie, Ruedi und Theo sei herzlich für die gute Kameradschaft gedankt - und Theo besonders für die Bilder.
Markus